Tag der Freiheit? Tag der Unfreiheit | Abahlali baseMjondolo
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Tag der Freiheit? Tag der Unfreiheit

DeutschklassentreffenRural NetworkTag der Unfreiheit

http://akkrise.wordpress.com/2010/10/19/tag-der-freiheit-tag-der-unfreiheit/

Sind wir frei oder werden wir verarscht?

Pressemitteilung zum Tag der Unfreiheit von Abahlali baseMjondolo

Wie in anderen Jahren wird Abahlali baseMjondolo wieder den schlimmen Zustand unseres Staates 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von der Apartheid-Regierung und 16 Jahre nach der sogenannten “Freiheit”, die tatsächlich die Freiheit einiger weniger ist, beklagen. Die Mehrheit der Menschen, die in diesem Land lebt, ist arm. Immer noch leben diese Menschen in Baracken, in denen sie bereits gelebt haben, ehe wir die Freiheit erhielten, und das wirft die Frage auf: Wofür ist diese Freiheit, die alle am 27. April feiern, wirklich gut?

Einmal mehr wird Abahlali heuer einen guten Grund haben, diesen “Freiheitstag” nicht zu feiern. In einem wirklich freien Land gäbe es für uns alle Organisierungsfreiheit. Aber in Südafrika wird dieses Recht den sich selbst organisierenden Armen verwehrt. Abahlali wurde dieses Recht vorenthalten von denen, die glauben, dass nur wegen ihnen die Freiheit kam und dass deshalb niemand sonst das Recht auf Organisierung der Menschen ohne sie habe. Die Welt sollte sich daran erinnern, dass am 26. und 27. September 2009 die Führung von Abahlali und viele einfache Mitglieder, die hauptsächlich Xhosa-sprechende Leute sind, von einer Gruppe bewaffneter Männer aus Kennedy Road verjagt wurden. Später wurden 14 Abahlali-Mitglieder verhaftet, von denen immer noch fünf im Gefängnis sitzen. Wir wissen nicht, wie lange sie noch dort sein werden, denn der ermittelnde Polizeibeamte und der Staatsanwalt sagen, es werde immer noch „gegen sie ermittelt“, obwohl seit diesem Angriff sechs Monate vergangen sind. Die Führung von Abahlali lebt immer noch im Exil in ihrer eigenen Siedlung, ihrer eigenen Stadt, ihrer eigenen Provinz und ihrem eigenen Land.

Ist das die Freiheit, für die unsere Brüder und Schwestern gekämpft haben? Die Antwort ist klar, und sie lautet „Nein“. Wenn eine Person bedroht wird, um sie einzuschüchtern, damit sie ihre Anklage zurückzieht gegen diejenige Person, die sie angegriffen hat, und wenn ihre Kinder von einer Politikerin bedroht werden, die ihre Macht im Provinzparlament missbraucht und ebenfalls Mitglied des ANC ist, wie es letzte Woche Nozuko Hulushe, die aktives Mitglied von Abahlali baseMjondolo ist und in Kennedy Road lebt, passiert ist, dann ist wieder einmal klar, dass es in diesem Land keine echte Freiheit gibt.

Ist das ein freies Land, wenn Basisorganisationen, die alles getan haben, was im Versammlungsrecht steht, um eine Demonstration zu organisieren, herausfinden, dass ihre Demonstration von Mike Sutcliffe aus dem einfachen Grund verboten wird, weil er die Macht hat zu tun, was immer er möchte? Ist das ein freies Land, wenn die Polizei, die uns angeblich beschützen soll, auf uns schießt? Ist das ein freies Land, wenn der ANC einfach beschließen kann, unsere Bewegung „aufzulösen“? Ist das ein freies Land, wenn Frauen nach Einbruch der Dunkelheit nicht sicher sind? Ist das ein freies Land, wenn unsere Kinder aus den Schulen verbannt werden, weil sie kein Geld haben? Ist das ein freies Land, in dem Menschen, die in „informellen Siedlungen“ leben, in „Transitgegenden“ abgeladen werden, die 37 Kilometer von der Stadt entfernt sind? Ist das ein freies Land, wenn StraßenhändlerInnen aus der Stadt raus verfrachtet werden? Ist das ein freies Land, wenn den Taxis, von denen die Mehrheit Schwarzen gehört, nicht erlaubt wird, im Stadtzentrum zu operieren und nur den Regierungsbussen erlaubt wird, PendlerInnen in die Stadt zu fahren? In der Stadt Durban beispielsweise dürfen öffentliche Taxis nur bis Warwick fahren.

In fünfundvierzig Tagen wird sich die Welt am sogenannten “afrikanischen Weltcup“ erfreuen. Die Frage ist, werden die Armen sich mitfreuen oder etwas davon haben? Die Antwort lautet Nein. Wer wird davon profitieren? Die selben Leute, die am 27. April den Freiheitstag abfeiern. Den Armen wird das Recht, in der Nähe der Stadien zu verkaufen, vorenthalten und sie sind gezwungen, ihre Sachen weit, weit entfernt von den Stadien zu verkaufen. Die TaxifahrerInnen haben ebenfalls Probleme. Wer wird dort verkaufen? Wie werden die Menschen transportiert werden? Hat der BRT (Bus Rapid Transit) die von Schwarzen dominierte Transportindustrie ersetzt? Können wir ernsthaft behaupten, irgendjemand in Blikkiesdorp (=Barackensiedlungen) ist frei?

Wir rufen alle communities, die in den Baracken leben, alle, die am Land leben auf, angesichts der Lokalwahlen 2011 aufzuwachen. Die Hyäne im Schafspelz wird in eure communities kommen und jedes Haus mit ihrer Wahlkampagne abklappern. Habt ihr sie erstmal gewählt, werdet ihr nicht mehr mit ihnen sprechen können. Um sie sprechen zu können, werdet ihr einen Antrag stellen müssen, dessen Behandlung nicht kürzer als ein Monat dauern wird. Ist der Tag des Gesprächs erstmal da, werdet ihr Glück haben, wenn das Treffen nicht zwischenzeitlich abgesagt wurde. Und während ihr auf diesen Tag wartet, werden euch die Ratten und die abbrennenden Baracken in Atem halten, oder der Sheriff wird euch auf Trab halten oder der Farmbesitzer wird euch ein Ultimatum von 10 Tagen gestellt haben, seine Farm zu verlassen. Legt euer Schicksal nicht in die Hände der Hyänen. Nehmt euer Schicksal in die eigenen Hände. Legt euer Schicksal in die Hände eurer NachbarInnen. Organisiert euch selbst – baut eure eigene Macht auf.

Heuer werden Abahlali und das ländliche Netzwerk den Unfreiheitstag in Babanangu in Nord-Zululand begehen. Alle armen communities und alle Menschen, die sich um unsere Demokratie sorgen, die bedroht ist, sind eingeladen, sich zusammenzuschließen und sie zu verteidigen, damit wir eines Tages die echte Demokratie und Freiheit, derer sich jedermann erfreuen wird können, feiern können. Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr.

Weitere Informationen:

Mnikelo Ndabankulu, Sprecher von Abahlali baseMjondolo: 079 745 0653

Mr. Mbhekiseni Mavuso, Sprecher von Rural Network: 072 2792 634